LJ Bogen

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Hilfe, wir sind diese Leute?!

Freitag, 16:00

 

 

Hilfe!! Was soll das?! Ist das euer Ernst?! Erstens, das ist mein Zuhause, zweitens was soll heißen das Dach gehört neu gemacht? Und wer ist eigentlich dieser Philipp, der meint er kennt sich in dem Gebiet aus, diese Landjugend jaja lauter Möchtegern-Bau-Ingenieure! Also zur Erklärung mal, ich bin ein (normalerweise) liebenswerter Geist namens Fritzi, ich leb im kleinen Wasserpumpenhäuschen und genau mein Zuhause, das kleine Häuschen reißen diese Jugendlichen einfach nieder! Ohne mich zu fragen, eine Frechheit!

Das ist mein Revier!

 

Freitag, 19:00

 

 

Ich hab mal bisschen gelauscht, warum die überhaupt das alles machen, der ganze Aufwand, also ich bin gespannt, ob das was wird. Anscheinend sollen sie mein Haus abdecken und eine neue Dachkonstruktion errichten, dann soll sogar das Ganze erweitert werden mit einer Pergola, oh da kann ich mich dann endlich mal sonnen, so blass wie ich bin, glaubt‘s mir ich hab‘s echt nötig. Aber wartet, was hab ich da gerade gehört? Mit Sitzgelegenheiten! Ok, jetzt reicht’s mir. Ich hab keinen Bock auf die ganzen Touristen, die dann hier rasten und jausnen. NEIN, DANKE! 

Mir reicht's!

Freitag, 22:00

 

 

HAHAHA, das beste kommt noch, jetzt wollen sie auch noch, oder wollen sie das überhaupt, wer macht denn sowas freiwillig? Freiwillig gemeinsam arbeiten für 42, 195 Stunden? Schaut auch noch aus als würden die Jugendlichen, wie viele sind das überhaupt, 1,2,3,…….30?! Als würden 30 Jugendliche Spaß dran haben, das ganze Wochenende zu vergeuden. Die werden schon noch sehen, so einfach mach ich‘s ihnen sicher nicht!

Im Auftrag steht auch noch, dass sie mein Haus neu verkleiden sollen, mit Holz, mir gefällt die schäbige Wand und die Spinnen die da wohnen sind meine Freunde. Ich muss mich beeilen, ich brauch einen Plan wie ich sie stoppen kann, die Mädchen haben nämlich schon fast alle Bretter dafür gestrichen. 

Gute Nacht!

Samstag, 3:00

 

 

Eins muss ich ihnen lassen, taff sind sie auf jeden Fall. Bis in die Nacht hakeln sie jetzt, ein Ende ist kaum in Sicht. Wobei ich hoffe sie lassen mein Dach nicht so wie es jetzt ausschaut, es existiert nämlich nicht wirklich, …..wenn so ein starker Sturm kommt wie letzten Abend, na moizeit! Aber hey das sind Jugendliche, morgen haben sie sicher keine Lust mehr, hab ich endlich wieder meine Ruhe! Wie wir Geister zu sagen pflegen „Schlaft‘s gut und träumt‘s von mir!“ 

Zu früh...

Samstag, 7:00

 

 

Die sind verrückt. Jetzt hab ich echt jeden Funken Hoffnung verloren. Nicht mal mein kleiner Streich gestern hat sie abgeschreckt. Das muss ich euch ja noch erzählen, war wirklich amüsant anzusehen. Für die Landjugend war es das zwar sicher nicht, aber ich brauch nun mal meine Ruhe. Ich habe bisschen mit meinen Spukkräften gespielt und so den Dachstuhl bewegt, während sie versucht haben, ihn aufzubauen. Naja, gut gemeistert haben sie das Ganze schon. Ein wenig schief ist das Obergeschoss von meinem Haus jetzt, aber ich habe gehört wie einer von ihnen gesagt hat „schief ist modern“, möglicherweise setze ich noch einen neuen Trend mit meinem Dach.

Das ärgste aber ist, dass die Arbeitstiere um 3:00 zusammengepackt haben, ja 3:00 in der Nacht oder in der Früh, keine Ahnung, und weißt du wann sie wieder da waren? Um 7:00! Bei denen ist hundertprozentig eine Schraube locker. Wenn nicht sogar mehrere….

Mir gefällt mein Haus wie es ist.

Samstag, 11:00

 

 

Überzeugt haben sie mich noch nicht, vor allem weil sie auch noch meine Haustüre einfach ohne viel nachzudenken herausgerissen haben, „es soll eine schönere hin“. Noch einmal für alle MIR GEFÄLLT MEIN HAUS WIE ES IST! Aber ok, ich warte ab, vielleicht ist die neue Tür wirklich schöner und rundet das Ganze ab. 

Was da plötzlich los ist in meiner Kellergasse! Ein Wahnsinn! Ein Auto von links, eins von rechts, …. Mit riesigen Fahrzeugen holen sie mehr Holz, kaufen Dachziegel, eine unendlich lange Einkaufsliste das sag ich euch! Was gibt’s sonst so zu erzählen….die zwei Hauptverantwortlichen für meine derzeitige Dachsituation (!!) sollten heute endlich mein Dach fertig machen, sonst muss ich ein ernstes Wörtchen mit ihnen reden.  Aber schaut soweit gut aus, das wird heut noch fertig, oh ja endlich regnet es nicht mehr in mein Wohnzimmer rein. Ich halt euch am Laufenden. 

Ich hab einen Geisterhunger!

Samstag, 14:00

 

 

JAAA, ESSEN, ESSEN, endlich. Ich hab einen Bärenhunger oder einen Geisterhunger besser gesagt.  Oh, wir grillen, könnt mir nichts Schöneres vorstellen, abgesehen davon, dass sie alle nicht da wären.  Gleich nach dem Essen, arbeiten sie weiter, kaum Pausen, durchgehend, in der Hitze. Echt brav diese Jugendlichen, muss ich schon sagen. Mein Haus wird weiter aufgemauert, meine Pergola nimmt schon Form an, Akazienbäume werden geschält, die als Deko dienen sollen, der Türrahmen schaut auch schon fast fertig aus, gefällt mir echt gut soweit!

Ich bin ein großer Fan.

Samstag, Besuch Mikl-Leitner

 

 

Na super, noch so eine, die das Projekt besuchen kommt und meine Privatsphäre stört. Oh lala, hoher Besuch ist das ja! Frau Mikl-Leitner persönlich besucht MEINE Helfer und Helferinnen da draußen, ja sie sind MEINE Freunde, na sicher bin ich ur froh, dass sie da sind. Ich bin begeistert, was sie hier auf die Beine stellen! Hallo, Frau Mikl-Leitner, Hallo, ich bin ein riesen Fan von Ihnen! Darf ich ein Foto machen? Bitte, bitte. Wieso hört sie mich nicht? Wahrscheinlich weil die Leitung von Feuersbrunn so viel erzählt, sie machen anscheinend schon das 5. Mal in Folge beim Projektmarathon mit! 5 Jahre, das ist für mich nicht lange, immerhin bin ich heuer 185 geworden,  aber für die Jugendlichen sind 5 Jahre eine sehenswerte Zeit. Ich muss zugeben, überzeugt haben sie mich noch immer nicht mit ihrem Projekt, jedoch scheint es als würde die Landeshauptfrau umso stolzer sein!

Alles für die Bienen.

Samstag, 17:00

 

 

Halleluja, es zieht nicht mehr durch meinen Eingangsbereich, die Tür ist endlich eingesetzt! Eine neue Tür hat schon was Gutes, schaut gut aus. Irgendwer hat mit irgendwem eine Wette abgeschlossen? Wie früher im Kindergarten? Damit ihr euch auskennt: Die da draußen sollen gemeinsam mit allen anderen, die an diesem Projektmarathon teilnehmen, mindestens 300 Nistkästen für Bienen bauen. Die Gruppe bei mir, der Sprengel Feuersbrunn, hab ich mal irgendwann aufgeschnappt, haben beschlossen, dass sie 5 Nistkästen bauen. Einige Burschen haben grad morsches Holz und Schilf gesammelt, weiß zwar nicht, wofür das sein soll. Nicht etwa für die Nützlinghotels, oder? Wer lebt freiwillig in einem harten Holzbett?

Nicht mal mein Mittagsschlaferl wird genehmigt!

Samstag, 20:00

 

 

Es wird, es wird! Nachdem in meinem Haus und Garten überall Lärm ist und ich nirgends mein tägliches Nachmittagsschlaferl halten kann, hab ich beschlossen mir einen anderen Platz zu suchen. Hört sich leichter an, als es ist! Egal wohin ich fliege, die Landjugendmitglieder sind vor Ort und werken. Es kommt mir vor, als würden sie mich ärgern wollen und verfolgen mich deswegen.  Zuerst bin ich runter in den Ort um an meinem Lieblingsplatz die Sonne zu genießen, aber genau dort, bei der Kirche, waren schon wieder diese Jugendlichen und alle tragen das selbe T-Shirt, komische Truppe. Die vier Mädls haben ja einen ganz netten Eindruck gemacht, sie haben sogar mein Geländer gestrichen, war eh an der Zeit. Der neue Anstrich gefällt mir, ein schönes moosgrün.

Schlechte Nachrichten...

Samstag, 23:00

 

 

Nachdem mein Lieblingsplatz bei der Kirche besetzt war, flog ich weiter die Kellergasse hinauf. Ihr müsst wissen, nicht nur ich wohne in der Kellergasse, auch der Konrad von Fußesbrunnen, ein guter Freund von mir. Bei ihm angekommen, wollte ich endlich mein verdientes Nachmittagsschlaferl nachholen, aber ihr werdet es nicht glauben, auch dort waren schon wieder Leute in diesen merkwürdigen T-Shirts unterwegs und machten Krach.  Mein Freund Konrad berichtete mir, dass seine Ruhe vor einem Jahr für ein Wochenende lang von diesen Jugendlichen gestört wurde und sie jetzt immer noch ab und zu vorbeikommen und sich einbilden irgendetwas zu ändern oder verbessern zu müssen. Na toll, heißt das jetzt, ich werde nie wieder vollkommene Ruhe in meinem zu Hause haben? Das kann’s ja wirklich nicht sein.

Nachtruhestörung die Zweite

Sonntag, 2:00

 

 

Eine Nachtschicht oder zwei sind auch schon egal…. Mir zwar nicht, weil ich kann dann die Nacht wieder nicht in Ruhe schlafen, aber morgen soll das Ganze laut meinem Freund Konrad vorbei sein. Ich hab gehört, morgen soll um 15:00 die Ortsbevölkerung die Landjugend besuchen kommen, um das fertige Projekt zu bestaunen. Das werden wir noch sehen! Vielleicht muss ich nochmal meine Spukkräfte einsetzen. Aber ich muss zugeben, schon langsam find ich die Arbeiten, die sie erledigen erträglich. Ich mein, zum Beispiel das Dach, ich hatte noch nie so ein schönes Dach über ‘m Kopf. Eigentlich freu ich mich auf das Endergebnis, auch wenn ich meine Ruhe zuhause vermisse. Gute Nacht, hoffentlich wird diese besser als die letzte.

 

Neuer Tag.

Sonntag, 7:30

 

 

Hätt’s mir nicht anders erwartet, die Landjugend steht um 7:30 vor meinem Haus und macht einen Krach, das ganz aus ist. Wobei ich sollte nicht so gemein sein, wirklich, die haben so gute Leistungen vollbracht. Mein Dach war noch nie so schön wie jetzt, die Dachziegel fehlen zwar noch aber das Grundgerüst steht, ein Traum, ich sag’s euch. Das müsst ihr sehen!

Zum Thema Projektpräsentation: Ihr wisst ja heute um 15:00 stehen hunderte Leute da und wollen mein Haus besichtigen, kann ich ein bisschen angeben….wenigstens eine gute Seite. Schon langsam stört’s mich auch nicht mehr, dass sie mein Haus renovieren.

Schritt für Schritt.

Sonntag, 11:00

 

 

Es wird, es wird, es wird,… ich freu mich so. Es wird alles so schön. Mein grüner Daumen ist ja absolut nicht ausgeprägt, deswegen haben die Jugendlichen beschlossen Beete anzulegen und Weinstöcke zu setzen. Sogar einen Marillenbaum habe ich geschenkt bekommen. Eine Sitzgelegenheit soll auch noch errichtet werden.

Die Zeit drängt, man merkt es den Helfern und Helferinnen an… müde schauen sie auch aus, ist aber logisch nach dem Wochenende. Rundherum wird alles schick gemacht, meine Mauer wird zum Teil mit Lärche verkleidet, beziehungsweise neu gestrichen.

Rundflug gestartet!

Sonntag, 12:00 

 

Jetzt sind diese Leute ja schon einige Tage hier. Deswegen habe ich mich heute den ersten Tag aus meinem Versteck getraut und hab einen kleinen Rundflug über das Projekt gemacht. Da ist ja ein Trubel das könnt ihr euch nicht vorstellen. Aber ich bin ja ein moderner Geist und hab deswegen ein paar kleine Videos für euch gedreht. Seht selbst 

Neue Mitbewohner!

Sonntag, 14:00

Ich bekomme neue Mitbewohner, das macht das Ganze noch angenehmer, so ein großes Haus wie ich jetzt habe, da habe ich Platz für paar Freunde. Aja, das Holz, das die Burschen gesammelt haben ist wirklich für die kleinen Häuschen, für meine Freunde, die Wildbienen. Aber Franz, die Oberbiene hat mir schon erklärt, ich soll mir keinen Kopf machen, das stimmt schon so. Wildbienen leben gerne in morschem Holz oder in hohlen Stängel und anscheinend ist die Jugend gerade dabei die Nützlingshotels zu füllen. #wirfürbienen 

"Stück für Stück- unser Wanderweg ins Glück"

Sonntag, 18:00

 

 

Gefühle sind ja gar nicht mein Ding, am Beispiel von meinen Freunden da draußen, kann man's perfekt erkennen. Einmal sind die Helfer und Helferinnen glücklich, dann zicken sie wieder rum und dann lachen sie wieder so laut, das mein Trommelfell fast platzt. Volle Gefühlsachterbahn, ich sag's euch! Also warum erzähl ich euch das, ich bin nämlich ein bisschen traurig, dass das Wochenende vorbei ist, aber das dürft ihr keinem weitererzählen, bitte. Sie haben mein Zuhause so wunderschön gestaltet, mir kamen die Tränen, als ich das Endergebnis gesehen hab. 

Genauso begeistert waren auch die Leute aus dem Ort, die um 15:00 gekommen sind, um das Projekt anzuschauen. Und nein, die Besucher und Besucherinnen haben mich gar nicht gestört...diese Landjugend macht einen ja zu einem geselligen Typen. Ganz ausführlich hat die Leitung Alexandra und Jakob Polsterer von der Truppe der Bevölkerung erzählt, wie was passiert ist. Danach haben noch so paar wichtige Menschen geredet, Bürgermeister Alfred Riedl, Geschäftsführer der Landjugend Niederösterreich Reinhard Polsterer, Lagerhausvertreter Erwind Thyri, alle waren da.... und das beste kam zum Schluss, genauso wie das Sprichwort sagt. Essen und Trinken!

Also liebe Landjugend: Ich bin echt stolz auf euch, ihr seid spitze und habt mich glücklich gemacht! Vielleicht sehen wir uns ja die nächsten Jahre des öfteren, immerhin gießen sich die Pflanzen ja nicht selbst. 

Ps.: meine kleinen Streiche tun mir echt leid. Zum Glück ist ja nicht viel schief gegangen. Sorry.

Friede. Freude. Eierkuchen.  

 

 

 

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