LJ Bogen

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Herzlich Willkommen beim Blog der Landjugend Plank am Kamp! Zum sechsten Mal stellen wir uns der Herausforderung ein Projekt in 42,195 Stunden auf die Beine zu stellen, seid gespannt wie wir unsere Aufgabe gemeistert haben.

Kindheitserinnerungen

Wer kann sich nicht erinnern? Es ist ein schöner Tag, die Schule ist vorbei, man trifft sich mit Freunden und dann kommt die Idee: „Schwing ma uns aufs Radl und fahren zum Kirschenbaum, die san scho Reif!“ Man klettert den Baum hoch und nascht so viel wie möglich bis einem schon fast schlecht wird!

Diese Erinnerungen sind wieder aufgetaucht als wir erfahren haben 100 Obstbäume in der Gemeinde pflanzen zu dürfen! Hier findest du die Aufgabenstellung  aufgelistet!

So wie ein Baum über viele Jahre wächst so wächst auch unser Projekt über das Wochenende, sieh zu wie der Baum und unser Projekt gedeiht und wächst, los geht‘s!

Ich werde als Kern gesetzt!

Um 16 Uhr wird uns unser Projekt von der Gemeinde und der Landjugend Niederösterreich beim FF Haus in Plank übergeben, das Ziel: 100 Obstbäume in der Gemeinde zu setzen. Wir wissen gleich, wir brauchen einen Plan da unser Projekt nicht an einem Standort stattfindet. Die Sorten: Apfel, Birne, Kirsche, Marille, Ringlotte und Zwetschke! Schnell kommen wir auf die Idee uns mit den Ortsvorstehern bzw. engagierten Bürgern der jeweiligen Orte zu treffen und auch über das Internet herauszufinden wo wir die neuen Bäume setzen um das Ortsbild zu verschönern. Wir fangen an das richtige Werkzeug zu organisieren, die Bäume auf einen Anhänger zu laden, um die Bäume auch richtig einzuwässern besorgen wir uns noch einen 1000 Liter Wassertank und befestigen diesen auf einen zweiten Anhänger. Voll ausgerüstet begeben wir uns in die erste Ortschaft!

Ich keime, Hurra!

Angekommen in Freischling teilen wir uns auf, ein Mitglied fährt mit einem Ortsansässigen voraus und zeichnet die ersten Setzpunkte an, das Social Media Team begibt sich vor den Computer, arbeitet die ersten Informationen und Fakten zu Biodiversität sowie Streuobstwiese aus und veröffentlicht die ersten Schritte online, der Rest fängt an den ersten Baum zu setzen, ein Apfelbaum soll es sein! Bis das letzte natürliche Licht verschwunden ist schaffen wir es immerhin 15 Bäume anzusiedeln! Wir beenden unsere Arbeiten um am nächsten Tag früh starten zu können.

Schon gewusst?

Ein Apfelbaum braucht ca. 3 bis 5 Jahre bis er die ersten Früchte trägt, im Alter von 10 bis 30 Jahren erbringt er den höchsten Ertrag und bis zu seinem 50er kann er Früchte tragen! Dann geht’s ab in die Pension!

Vom Keimling zum Setzling

Beim Baum vergehen viele Jahre, bei uns wenige Stunden.

Wir starten Samstag um 7 Uhr mit den nächsten 4 Bäumen in Raan. Der Boden ist sehr unterschiedlich, des Öfteren trifft unser Erdbohrer auf Steine, da braucht’s a bissl a Kraft, zum Glück haben wir gut gefrühstückt. Nächster Stopp ist Kriegenreith, wir entdecken auf einer Böschung einen toten Baum, wie viele Jahre dieser wohl gelebt hat? Wir beschließen dass dieser Baum weichen muss und setzen daneben einen neuen Baum von uns. Sinnvoll, da aus dem Holz des alten Baumes wieder fruchtbare Erde wird. Um 08:40 Uhr hört man unseren Obmann bei Radio Niederösterreich im Gespräch über unser Projekt, wir sind stolz das man sich so für unser grünes Projekt interessiert! Nebenbei wurde auch schon der Flyer für die Projektpräsentation erstellt und ohne Papier zu verschwenden über Social Media, Whatsapp und Mundpropaganda  verbreitet.

Nach 8 gesetzten Bäumen machen wir uns auf in die nächste Ortschaft, Fernitz!

Meine Wurzeln graben sich immer tiefer in die Erde!

Angekommen in Fernitz sind wir froh dass der Ortsvorsteher und unser vorrausfahrendes Mitglied, a.k.a. Setzplatzreferent, schon die nächsten 13 Plätze für unsere Bäume markiert haben. Mitten unter den Arbeiten meldet sich der ORF bei uns, wir sollen Videos und Bilder schicken. Wird erledigt! Baum Nummer 40, eine Kirsche, wird mitten im Ort gesetzt. Das Wasser in unserem Tank ist fast leer, zum Glück ist der nächste Aussetzziel Plank, wir versammeln uns beim Feuerwehrhaus, füllen unseren Tank und planen wo wir die nächsten Bäume verteilen.

Schon gewusst?

Kirschen fand man früher nur in Kleinasien, der römische Feldherr und Senator Lucius Licinius Lucullus brachte 74 vor Christus die ersten Kirschen aus Kleinasien von seinem Feldzug mit nach Rom.

Meine erste Blüte

Nach der Lagebesprechung begeben wir uns ein Stück außerhalb der Ortschaft an einen Waldrand, dort können die nächsten Bäume ihre Wurzeln schlagen. Nicht nur der Mensch profitiert von den Früchten der Obstbäume, auch Wildtiere und Insekten schätzen die Früchte sehr. Damit unsere Bäume vor Wildschäden geschützt sind bekommen alle 100 Stück ein Schutznetz um den Stamm. Vor der Mittagspause um 14 Uhr springt unser Baumzähler auf 60 Stück, beachtlich! Um 15 Uhr geht es wieder weiter, auf einer „Insel“ inmitten einer Waldwegkreuzung findet ein Birnenbaum sein neues Zuhause. Wir bekommen einen Anruf vom Viertelsteam die auf den Weg zu uns sind und da die zwei eine falsche Abzweigung erwischt haben finden sie nach einem Spaziergang über einen Acker schließlich zu uns. Das letzte Ziel in Plank ist der Radweg und dann haben wir Plank erfolgreich um 28 Bäume reicher gemacht.

Schon gewuust?

Die Birne ist ein idealer Ballaststofflieferant, zusätzlich liefert sie Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe, Folsäure und Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium.

Dann kam die Frucht!

Nach dem nächsten Telefonat mit einem Ortsvorsteher ging es nach Thürneustift, vor kurzer Zeit wurden beim Wasserhaus die alten Obstbäume gefällt, ein hoher Punkt in unserer Gemeinde wo die nächsten 5 Bäume viel Sonne bekommen, perfekt für einen Zwetschkenbaum. Jeder Baum bekommt zusätzlich einen Pfahl um den Baum für die nächsten Jahre etwas Stabilität gegen Natureinflüsse zu geben. 74% der Bäume sind gesetzt, wir müssen uns jedoch beeilen, inzwischen ist es 17:45 Uhr und wir wollen heute noch alle Bäume in die Erde bringen. Deshalb ist das nächste Anfahrtsziel Oberplank.

Schon gewusst?

Die Stanzer Zwetschke ist im Register des österreichischen Lebensmittelministeriums eingetragen und ist Leitprodukt für die Region in der Genussregion Österreich.

Meine Äste werden immer größer!

 

In Oberplank angekommen treffen wir uns bei unserer „Radlerrast“ die wir voriges Jahr im Zuge des Projektmarathon’s renoviert haben. Dort passen sicher ein paar Bäume hin. Ruckzuck sind 5 Bäume gesetzt sodass wir uns auf den Radweg begeben können, neben einem Marillenbaum werden noch 10 weitere Bäume entlang des Radweges von Oberplank Richtung Buchberg gesetzt, in Summe 16 Bäume für Oberplank. Hoffentlich können sich die Radfahrer bald mit den Früchten der Bäume stärken!

Schon gewusst?

In Tibet, Ladakh und Nordpakistan wird eine kleine Marillensorte, die Hunza-Aprikose, angebaut, die dort in einer Höhe von bis zu 4000 Metern über dem Meeresspiegel gedeiht!

Sturm! Autsch, mir bricht ein Ast aus meiner Krone!

Die Zeit drängt, kurz vor 19 Uhr kommen wir in Altenhof bei einem Rastplatz am Radweg an, leider findet da nur ein Baum sein neues Zuhause. Dieser Fleck bringt anscheinend Unglück, da beim Bohren des Loches der Bohrer stecken bleibt und der Griff mit voller Wucht auf das Knie des Bedieners trifft. Keine Sorge, er ist mit einem blauen Fleck davon gekommen! 19 Uhr! Gespannt schauen wir über unsere Handys ORF Nö heute und warten auf den Beitrag über den Projektmarathon. Jubelschreie, unsere Videos sind die ersten im Beitrag! Auf nach Stiefern, leider hat sich der Platz den wir auf einer Karte herausgesucht haben inzwischen in einen Acker verwandelt, also weiter nach Schönberg um die letzten 9 Bäume zu setzen.

Darauf wollen wir aufmerksam machen!

Um Bäume zu setzen braucht es fruchtbare Erde, jedoch werden in Österreich pro Tag ca. 13 Hektar Boden versiegelt und verbaut. Dabei liegt das Nachhaltigkeitsziel bei max. 2,5 Hektar pro Tag. Damit zählt der Bodenverbrauch zu den größten Umweltproblemen Österreichs.

Ich bin in der Blüte meines Lebens, maximale Fruchtanzahl!

Wir sind in Schönberg angekommen und haben einen idealen Ort gefunden, die Photovoltaikanlage, eine große Fläche hinter den Platten wird nun bepflanzt, sowohl die Platten als auch die Bäume werden viel Energie liefern. Unter den letzten 9 Bäumen hat sich auch eine Ringlotte versteckt. Das Tageslicht ist weg und wir machen uns auch gleich auf den Heimweg, das Ziel am Samstag alle Bäume zu setzen wurde erreicht.

Schon gewusst?

Die Ringlotte gehört zu den Edelpflaumen, sie ist nicht wurzelecht, das heißt sie wurde veredelt und besitzt deshalb mehrere Gene. Die Ringlotten wurden so gezüchtet dass sie immer größer und süßer wurden.

Ich werde älter!

Am Sonntag geht es in die finale Phase, denn wir wollen auch die Zusatzaufgaben erledigen! Wir starten um 07:30 Uhr mit den Vorbereitungen für die Präsentation, nebenbei startet um 08:00 Uhr ein Team mit der Errichtung einer Mauer bei unserer Radlerrast. Die anderen Mitglieder teilen sich auch in kleinere Gruppen auf und so werden zwei neue Nützlingshotele aufgestellt, ein Nistkasten aufgehängt sowie die Schilder für die Bäume angefertigt und bei den Bäumen angebracht. Des Weiteren wird die Infomappe  über das Thema Biodiversität, Steuobstwiese und CO2 fertig gestellt und bei den Nützlingshotels ausgelegt. Die Fahrzeughalle des FF Hauses wird abgedunkelt sodass wir um 14:00 Uhr die Präsentation über den Beamer auf die Leinwand projizieren können. Für die Verpflegung wird auch gesorgt, wir besorgen Traubensaft und Wein aus der nächsten Ortschaft. Gegen den Hunger gibt es, was würde besser zu unserem Projekt passen, selbstgepflücktes Obst aus der Gemeinde. Zugleich wird auch noch ein Fahrradständer für die Radlerrast gebaut und aufgestellt.

Um ca. 10 Uhr besucht uns die Bundersrätin Doris Berger-Grabner in Oberplank, wir zeigen ihr die Steinmauer die wir gerade  errichten und sehen uns die gesetzten Bäume in der Nähe an. Sichtlich begeistert von unserer Leistung wünscht sie uns viel Glück und verabschiedet sich.

Meine Zeit ist bald gekommen, allmählich verlässt mich die Kraft!

Wie für den Baum der dich durch den Blog führt ist auch für uns das Ende in Sicht.

Die Präsentation startet um 14:00 Uhr, uns freut es dass viele Bürger, der Bürgermeister, ein Vertreter der Landjugend Niederösterreich sowie ein Vertreter des Lagerhauses sich die Zusammenfassung unseres Wochenendes anhören. Mit großem Lob gestärkt gehen wir nun in den gemütlichen Teil über, den Ausklang. Jetzt fehlen nur noch die Projektmappe und die Präsentation vor einer Jury. Hoffentlich können wir nächstes Jahr am Tag der Landjugend unser Projekt feiern, drückt uns die Daumen!

Ein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern die ein Wochenende für das Wohl aller geopfert haben. Des Weiteren danken wir unserer Gemeinde für die Planung des Projektes, dem Lagerhaus Absdorf-Ziersdorf für die Spende der Baumpfähle, allen Bürgern die mit uns die Setzplätze geplant haben sowie der Freiwilligen Feuerwehr Plank am Kamp für, Werkzeug, Betriebsmittel und die Verwendung des FF Hauses!

Danke für dein Interesse in unser Projekt,

liebe Grüße wünscht die

Landjugend Plank am Kamp.