Zum Kalkofen geh´n, a Stückerl Geschichte versteh´n
Projektmarathonpräsentation 2026
Seit 1887 steht da Kalkofn im Gråbn bereit, hot Stein zu Kalk verbrannt bei Hitze, Glut und Arbeit.
Vom Gratzenbauer g’heizt bis in die sechziger Jahr’, wo aus CaCO₃ Branntkalk word’n is – ganz klar.
A Stückl Handwerk, G’schicht und bäuerliche Zeit, des ma heit beim Restauriern mit Stolz wieder aufbereit
Projekt Kalkofen 2026
Auf los geht´s los
Hallo und Griaß eich!
Für uns ist es wieder soweit, wir sind beim heurigen Projektmarathon dabei! Heute um Punkt 15 Uhr war es endlich so weit und der Startschuss für den Projektmarathon ist gefallen. Unsere Landjugend zieht es dieses Jahr nach Rohrbach im Graben. Mit großer Spannung haben wir darauf gewartet, dass unser Projekt verkündet wird.
Wir werden den alten Kalkofen baulich herrichten und ihm wieder neues Leben einhauchen, durch das Austauschen beschädigter Teile des Dachstuhls und die anschließende Erneuerung der Schindeldeckung. Auch der Außenbereich soll gestaltet und eine Zufahrt gepflastert werden. Ein Ort, der früher harte Arbeit bedeutete, soll wieder zu einem Platz werden, der erzählt und neugierig macht.
Kaum waren die Aufgaben verteilt, haben sich unsere Mitglieder auch schon an die Arbeit gemacht. Unsere Burschen und Mädels sind voller Motivation und beginnen sofort mit den ersten Arbeitsschritten. Die Dachschindeln sind gefallen, Äste und Sträucher wurden entfernt und das Gras gemäht. In der Werkstatt werden auch schon die Schindeln für das neue Dach zugeschnitten.
Während draußen bereits fleißig gearbeitet wird, ist unser Team Kreativ ebenso am Werk. Wir sorgen dafür, dass alle hier im Blog und auf unseren Social‑Media‑Kanälen laufend erfahren, was sich bei unserem Projekt so tut.
Für heute steht noch am Plan:
- das Dach fertig abdecken
- einen neuen Dachrahmen aufstellen
- den Außenbereich anfangen zu baggern
Jetzt heißt es, die nächsten Tage Vollgas geben, um unser Projekt zu verwirklichen!
Was uns die Geschichte erzählt...
Der Rohrbacher Kalkofen wurde 1887 errichtet und bis in die späten 1960er Jahre vom Rohrbacher Landwirt Franz Hornung, genannt der Gratzenbauer, betrieben. Er gehört zu den traditionellen bäuerlichen Feldöfen, wie sie seit dem 17. Jahrhundert genutzt wurden, weist aber bereits einen moderneren Brennschacht aus Schamottziegeln auf.
Der Ofen ist in einen Berghang gebaut, wodurch sowohl die obere Beschickung als auch das untere Feuerungsloch gut erreichbar sind. Der Brennschacht ist rund zwei Meter breit und drei Meter tief, mit feuerfesten Ziegeln ausgekleidet und durch eine massive Kalksteinmauer stabilisiert. Ein Rost und ein Luftkanal sorgen für die nötige Luftzufuhr, die über eine Tür reguliert werden konnte.
Der Brennprozess basiert darauf, Kalkstein über längere Zeit stark zu erhitzen. Der Ofen wurde mit Kalksteinen und Holz gefüllt und oben mit einer Mischung aus Reisig und Lehm abgedeckt. Beim Heizen entstanden Temperaturen zwischen 800 und 1000 Grad. Durch diese Hitze verlor der Kalkstein Wasser und Kohlendioxid. Zurück blieb Branntkalk, der früher ein zentraler Baustoff für Mauerwerk und Putz war.
In den 1990er Jahren setzte sich die Volkskundlerin Hiltraud Ast für die Rettung des inzwischen verfallenen Kalkofens ein. Durch europäische Kulturprogramme und die Zusammenarbeit mit dem Scottish Lime Centre, dem Bundesdenkmalamt, mehreren HTLs und regionalen Fachleuten konnte der Ofen vor rund 30 Jahren restauriert werden. Das Projekt war international eingebettet und diente der Dokumentation, Erforschung und Erhaltung historischer Kalköfen.
Nun ist unser Ziel, den in die Jahre gekommenen Kalkofen wieder instand zu setzen, seine ursprüngliche Struktur zu sichern und ihm neues Leben einzuhauchen. Mit vereinten Kräften, fachlicher Unterstützung und viel Engagement möchten wir dieses historische Bauwerk Schritt für Schritt restaurieren, damit es auch in Zukunft als sichtbares Stück regionaler Geschichte erhalten bleibt.
Unsere Nachteulen
Bis in die späten Abendstunden waren unsere Mitglieder voll im Einsatz. Rund um den Kalkofen wurde weitergebaggert, damit der Weg ordentlich vorbereitet ist und das alte Zeug wegkommt. Die Mauer wurde ausgebessert, eine neue Säule aufgestellt und neue Sparren frisch gesetzt.
Auch in der Werkstatt war einiges los. Die Dachschindeln sind dort schon fertig vorbereitet und warten darauf, morgen montiert zu werden. Außerdem wurde die Unterkonstruktion mit einer neuen Lattung aufgebaut, damit die Lärchenschindeln später sauber und stabil sitzen.
Somit wurden unsere heutigen Ziele erreicht!
Unser Persönliches Highlight: Der Gleichenbaum wurde aufgestellt! - ein schöner Moment für unsere Mitglieder nach so viel Arbeit und ein Zeichen dafür, dass wir richtig gut vorankommen.
Ein langer, produktiver Abend geht zu Ende, und der Kalkofen nimmt Form an! Unsere Mädels und Burschen haben wahrscheinlich eine kurze Nacht vor sich, aber genau das macht den Projektmarathon aus.
Für heute sagen wir Gute Nacht – morgen geht’s weiter!
Der frühe Vogel...
Unsere Burschen und Mädels waren in der vergangenen Nacht noch fleißig unterwegs. Trotz Müdigkeit und wenig Schlaf haben sie auf der Baustelle alles zusammengeräumt, sortiert und vorbereitet, damit wir heute wieder ohne Probleme in den Tag starten können.
Schon um 7:30 Uhr sind die ersten nach einer Jause wieder losgestartet und haben sich an die Arbeit gemacht. Heute stehen zwei große Ziele am Plan:
- das Schindeldach decken und
- den Weg vorbereiten und pflastern.
Auch wenn die Nacht kurz war, sind unsere Mitglieder TOP motiviert!
Wir halten euch natürlich den ganzen Tag über am Laufenden – es wird wieder einiges weitergehen.
Unser Samstagvormittag
Der heutige Vormittag war wieder richtig produktiv auf unserer Baustelle. Unsere Burschen haben gleich in der Früh losgelegt und begonnen, das Dach mit den Schindeln zu decken und kommen dabei schnell voran!
Auch die Erdarbeiten laufen weiterhin auf Hochtouren. Der Bereich rund um den Kalkofen wird planiert und somit vorbereitet, damit später ohne Probleme gepflastert werden kann. Es wird voller Motivation geschaufelt, gemessen und verdichtet.
Zwischendurch kam uns unser LAbg. Hermann Hauer besuchen um das Projekt mit einer Spende zu unterstützen. Danke!
Nach so viel Einsatz freuen wir uns jetzt alle auf unsere wohlverdiente Mittagsjause. Kurz durchschnaufen, Kraft tanken und dann geht’s motiviert weiter in den Nachmittag.
Auf der Zielgerade...
Diesen Abend sind wir tatsächlich so gut wie fertig geworden!! Um ca. 23 Uhr war unser Projekt so gut wie abgeschlossen und die Freude darüber ist groß. Das Dach ist komplett fertig gedeckt, der Weg wurde verschönert und mit Kiesel planiert, die Begrenzungssteine vor der Hütte und entlang des Weges sind sauber verlegt. Die Säulen wurden einbetoniert, die letzten Mäharbeiten erledigt und auch die Holzschalung ist nun vollständig fertiggestellt.
Damit ist unser Projekt fast vollständig abgeschlossen! Ein riesiger Erfolg nach einem intensiven, arbeitsreichen Tag.
Für morgen steht nur noch folgendes an:
- Die Bank bekommt ihren Platz beim Kalkofen,
- der letzte Feinschliff wird gemacht und
- das Schild mit den historischen Informationen wird noch montiert,
- sowie unsere Zusatzaufgabe fertiggestellt. (- aber dazu morgen mehr)
Danach können wir unser Projekt endlich bei der Projektpräsentation als abgeschlossen feiern!
Wir freuen uns schon auf morgen! Gute Nacht!
Feinschliffe
Heute haben wir wieder gemeinsam um 7:30 gestartet. Nach der langen Nachtschicht von gestern, in der unsere Buaschen das Projekt fast fertiggestellt haben, ging’s heute mit frischer Energie weiter.
Gestern Nacht haben unsere Buaschen und Mädes noch fleißig weggeräumt, an Social Media, dem Blog und unserem Fotoalbum gefeilt, damit wir euch unser Projekt bestmöglich zeigen können. Heute steht der Feinschliff am Plan, und sogar damit sind wir so gut wie fertig!
In der früh haben wir gleich den Weg mit Erde verschönert, alles sauber geradegerecht und die Übergänge fein angepasst, damit rund um den Kalkofen ein harmonisches Gesamtbild entsteht.
Jetzt heißt es: Endspurt! Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, aber unser Projekt nimmt Form an und wir freuen uns schon darauf, euch das Ergebnis präsentieren zu können.
Die Infotafel mit den historischen Informationen wird noch montiert, damit Besucher*innen künftig auch etwas über die Geschichte unseres Kalkofens erfahren können.
Auch die Bank wird noch ihren Platz finden. Stück für Stück wird unser Kalkofen immer schöner und einladender.
WIR SIND FERTIG!
Nach einem intensiven, arbeitsreichen und unglaublich motivierenden Wochenende dürfen wir es offiziell verkünden: Unser Kalkofen ist fertig!
Die Tafeln sind montiert, die Bank steht an ihrem Platz, alle Feinschliffe sind erledigt und die gesamte Baustelle wurde sauber zusammengeräumt. Rund um den Kalkofen wirkt jetzt alles harmonisch, gepflegt und bereit für Besucher*innen.
Auch unsere Gemüsepyramide steht bereits im Kindergarten bereit und wartet darauf, den Kindern Freude zu bereiten und ihnen im Frühjahr 2027 das Thema Gemüseanbau näherzubringen.
Damit ist unser Projekt nun bereit für die Präsentation.
Nach 42,195 Stunden haben wir ein wunderbares, historisch wertvolles und gemeinschaftlich getragenes Projekt auf die Beine gestellt. Wir sind unglaublich stolz auf unsere Mitglieder, die Tag und Nacht alles gegeben haben, um dieses Wochenende zu etwas Besonderem zu machen.
Jetzt freuen wir uns darauf, euch und der gesamten Bevölkerung von Puchberg unser fertiges Projekt präsentieren zu dürfen!